Der nachhaltige Mensch – Die Millisekunde des Mutes

17 | 02 | 2026

Nachhaltige Unternehmen beginnen mit nachhaltigen Menschen. Wirklich.

Es gibt nur wenige Dinge, die ich so sehr liebe wie darüber zu sprechen – nachhaltige Leistung und Führung.

Im Kern geht es dabei nicht darum, mehr zu tun, auch wenn viele von uns – besonders diejenigen, die in den 1970er-Jahren oder früher aufgewachsen sind – genau das gelernt haben. Viel häufiger geht es darum, nach innen zu hören, innezuhalten und manchmal den Mut zu haben, Dinge anders zu machen.

Vor einiger Zeit hatte ich die Ehre, genau darüber beim Nyföretagarcentrum Kronoberg zu sprechen:

Wie können wir Nachhaltigkeit schaffen – nicht nur in unseren Unternehmen und Organisationen, sondern auch auf einer tieferen menschlichen Ebene und in unserem persönlichen Leben? Im Unternehmertum sprechen wir oft über Strategien, Geschäftsmodelle und Wachstum. Nach vielen Jahren der Arbeit mit Menschen, Organisationen und Führung bin ich zunehmend von einer grundlegenden Erkenntnis überzeugt:

Ein nachhaltiges Unternehmen beginnt immer mit einem nachhaltigen Menschen.

Als ich das Whole Institute gründete, war genau diese Erkenntnis meine treibende Kraft. Neben meinem eigenen persönlichen „Erwachen“ begegnete ich unzähligen Menschen aus verschiedensten Branchen – Unternehmern, Führungskräften, Mitarbeitenden, Kolleginnen und Kollegen und wunderbaren Persönlichkeiten, die sich mit großer Hingabe um ihre Arbeit kümmerten, aber deutlich weniger darum, wirklich gut für sich selbst zu sorgen.

Oft nicht, weil sie es nicht wollten, sondern weil ihnen schlicht nicht bewusst war, wie man das eigentlich tun kann oder was es in der Praxis bedeutet. Viele halten nicht einmal inne, um darüber nachzudenken, was es überhaupt bedeuten könnte.

Stattdessen zeigt es uns früher oder später der Körper – und das Leben selbst.

Und manchmal wird genau das zu einem wertvollen Wendepunkt für einen Menschen: ein positiver Impuls für innere Veränderung und bewusstere Pausen.

Wenn Stress ungesund wird – das Gleichgewicht des Nervensystems

Stress hat einen schlechten Ruf bekommen.
Doch die Wahrheit ist: Stress ist nicht grundsätzlich negativ.

Es gibt auch eine Form von Stress, die uns helfen kann – sie macht uns fokussiert, motiviert und energiegeladen. Diese wird oft Eustress genannt.

Das Problem entsteht, wenn Stress zu lange anhält oder zu intensiv wird – das nennt man Distress – wenn der Körper irgendwann beginnt, sich zu wehren. Dann bemerken wir Schlafprobleme, weniger Energie, Schwierigkeiten bei der Leistung oder das Gefühl, nie wirklich zur Ruhe zu kommen und einfach weiterzumachen.

Als Menschen sind wir nicht für dauerhafte Hochbelastung geschaffen. Unser Nervensystem ist für Rhythmus gebaut – Aktivierung und Erholung.

Führung beginnt mit Selbstführung

Eine der kraftvollsten Erkenntnisse, die ich in meiner Arbeit oft teile, ist ganz einfach:

Du kannst keine Sicherheit um dich herum schaffen, wenn du sie nicht in dir selbst spürst.

Das gilt in Familien, in der Führung und in Organisationen.

Wenn wir gestresst sind, schaltet der Körper automatisch in den Kampf-oder-Flucht-Modus. Kommunikation wird schneller, reaktiver und oft weniger bewusst. Wenn wir uns jedoch erlauben, innezuhalten und nach innen zu schauen, und wenn unser Nervensystem in einem ausgeglicheneren Zustand ist, entsteht die Möglichkeit, von Annahmen und Bewertungen wegzugehen – hin zu einer präsenteren, neugierigeren und offeneren Haltung im Umgang miteinander.

Und das verändert alles. Nicht nur, wie wir arbeiten – sondern auch, wie wir den Menschen um uns herum begegnen.

Kommunikation ist mehr als Worte

Eine weitere Sache, an die ich Menschen oft erinnere: Das meiste von dem, was wir kommunizieren, wird nie laut ausgesprochen. Unter der Oberfläche liegen Absichten, Gefühle, Bedürfnisse und frühere Erfahrungen. Es ist wie bei einem Eisberg – das, was wir sagen, ist nur die Spitze.

Wenn wir beginnen, das zu verstehen, verändern sich Gespräche. Wir hören wirklich zu. Und wir beginnen, uns authentisch und ohne Bewertung zu begegnen.

Achtsamkeit – keine Technik, sondern eine Haltung zum Leben

Mindfulness ist in den letzten Jahren zu einem Buzzword geworden. Für mich ist es jedoch kein Trend und auch kein weiterer Punkt auf der To-do-Liste.

Es ist vielmehr eine Art, dem Leben zu begegnen.

Forschung zeigt, dass regelmäßige Präsenz zu Folgendem beitragen kann: bessere Emotionsregulation, mehr Selbstbewusstsein, weniger Stress und Angst, besseren Schlaf und ein stärkeres Immunsystem. Doch vielleicht am wichtigsten: Sie hilft uns innezuhalten. Und genau dort wird oft der Samen für Veränderung gelegt.

Die magische Pause

Die Frage, zu der ich immer wieder zurückkomme, ist einfach und zugleich kraftvoll:

Was passiert, wenn wir uns entscheiden innezuhalten – anstatt einfach weiterzumachen wie bisher? Was passiert, wenn wir uns diese zusätzliche Millisekunde Mut erlauben, um einen Atemzug zu nehmen und den Status quo wirklich zu hinterfragen?

Um anderen – vielleicht nachhaltigeren – Perspektiven Raum zu geben. Für uns selbst und für die Menschen, mit denen wir arbeiten und die wir führen.

Denn nachhaltige Führung bedeutet am Ende vielleicht nicht, schneller zu laufen oder mehr zu tun. Vielleicht bedeutet sie vielmehr die Fähigkeit, lange genug innezuhalten, um bewusst zu wählen.

Raum für Reflexion zu schaffen.
Zuzuhören – sowohl nach innen als auch einander.
Und manchmal einen anderen Weg zu wählen als den, den wir immer gegangen sind.

Denn manchmal beginnt echte Veränderung genau dort. Im gegenwärtigen Moment. In dieser einen Millisekunde.

Ich bin neugierig: Wann hast du zuletzt eine solche Atempause genommen – und was hat sie verändert?

Åsa

©2026 Whole Institute, Åsa E Johansson

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